HIMMELKRON-SEMlNAR
Station 7: Baille-Maille-Lindenallee
CHRONOLOGIE Teil 1:
1662
Regierungszeit des Markgrafen Christian Ernst (1655-1712): 1662 laut Friedrich
Hofmann, wahrscheinlicher:
1663 Anpflanzung der ersten Lindenalleebäume
1664 Auf einem Plan kann man verzeichnet finden: „1664 angepflanzte Lindenallee". In diesem Jahr lässt der
Markgraf einen Schutzdamm gegen die Allee errichten und die beschädigten Bäume
neu anpflanzen.
[Zinck] - „Der Anfang wurde mit einem von 6 Linden umgebenen
Eremitenhaus auf der Majenbrücke gemacht,
woraus an dessen Stelle unter des Markgrafen Ernst Sohn Georg Wilhelm ein Salet (Gartensaal)
wurde, in welchem die Markgrafen bei ihren Sommer-Compagnements - den Hochfürstlichen Ablegern
mit den Vornehmen des Hofes speisen konnten." [Guttenberg]
1674 Baille-Maille-Wärter Wolf Elias Kistner steht in der Besoldungsliste (9 Gulden und Korn). [StA BA]
1681 27.07. Hofdiakon und Professor Magister Laurus stellt fest: „zu loben ist es Himmelkron wegen seiner
sehr lieblichen Lage, der sehr angenehmen Reihe jagd und seiner Wurfspielbahn. Letzteres ist die Baille Maillie Bahn,
in welcher man zur Leibesübung seiner force oder Geschicklichkeit probiert, wie weit man eine rund
gedrehte Kugel hinausschlagen konnte." [Guttenberg]
1694 Über den seit den 70er Jahren als Alleewärter tätigen Conrad Bauer aus Hegnabrunn, genannt „der
Schnaken-Kunz", wird festgestellt: „Er war ein Possenreißer und darum nicht nur
bei dem Volk, sondern
auch bei den allerhöchsten Herrschaften beliebt und wurde fleißig zu deren
Gesellschaften beigezogen".
In diesem Jahr aber fallt er beim Markgrafen in Ungnade, weil er auf
Aufforderung hin nicht erscheint -
er hatte einen Rausch - und wird abgesetzt. Aufgrund einer Bittschrift an die Markgräfin Sophie Luise
wird er wieder in sein Amt gesetzt. Er verspricht, dass er „ ... allen neuen Narren als ein alter Narr mit
gutem Beispiel vorgehen" wolle. [Stadelmann! Held]
1694/95 Für das Ausbessern der Baille-Maille fallen Kosten an. [StA BA]
1702 17.02. Der Baille-Maille-Wärter Bauer stirbt und wird in Trebgast beigesetzt. [Stadelmann]
Regierungszeit des Markgrafen Georg Wilhelm (1712-1726):
1717 23.04. Auf dem „Theatro" zu Himmelkron, an der Baille-Maille-Allee, wird zu Ehren des Namenstages des
Markgrafen ein Schäferspiel „Beglückte Bellinde" aufgeführt. Anwesend ist auch die Schwester des Markgrafen,
Christiane Eberhardine, Königin von Sachsen/Polen. [Müssel]
1723 Freiherr Karl Ludwig von Pöllnitz besucht auf seiner Reise durch Europa auch Himmelkron und berichtet
über „ .. eine Mail, welche mit vier Reihen herrlicher Ulmen bepflanzt und eine
der längsten in Europa ist.
Diese Mail läuft in einen Komödiensaal aus. Gegen die Mitte dieser Allee liegt
noch ein anderer Saal, der
durch einen sehr großen Pavillon gebildet wird, wo der markgräfliche Hof jeden Abend 'Hombre' und 'Piquet' spielt."
Der Markgraf halte sich gerne in der mittleren Sommerzeit in Himmelkron auf „um sich hier an der schönen
Reiher-Beize zu erfreuen oder auf den ausgedehnten Auen mit seinen Truppen militärische Übungen vorzunehmen".
Nach Pöllnitz lagerten auf den Wiesen beim Dorf 2000 Mann, die aufs beste ausgerüstet waren. [Frenzel / Gansera-Söffing]
Regierungszeit des Markgrafen Georg Friedrich Karl (1726-1735):
1728 Als neuer „Baillemaille Wärter" wird für den Vorgänger Johann Christian Quenzel, der aus Thüringen stammte
und 1716 eine Bayreutherin heiratete, der 43jährige Johann Schunck aus Kirchenreinbach als „Hofgärtner und Lacquai"
mit 30 Gulden Besoldung angestellt. [StA BN Sitzmann/ Mitt. KR Heinz Seifert]
1732 24.08. Bei der Hochzeit von Johann Adam Büttner mit der Tochter des Wildmeisters Johann Peter Schöntag,
Magdalena, wird als Beruf des Bräutigamvaters Baille-Maille-Wärter angegeben. [PfA H.]
Regierungszeit des Markgrafen Friedrich (1735-1763):
1737 Aufgrund des „am 22.11.1732 ergangenen Befehls wird eine Wasserwand am Ende der herrschaftlichen
Baille-Maille" erbaut. [StA BA]