L i n d e n a l l e e
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Kleine Chronik der Baille-Maille-Lindenallee

1662/1663 Anpflanzung der ersten Lindenallee -

Bäume unter der Regierung von Markgraf Christian Ernst

1717 An der Baille - Maille - Allee wird zu Ehren des Mark­grafen Georg Wilhelm das Schäferspiel
"Beglückende Belinde" aufgeführt. Anwesend ist auch die Schwester des Markgrafen,
Christiane Eberhardine, Königin von Sachsen und Polen

1723 Freiherr Karl Ludwig von Pöllnitz besucht auf seiner Reise durch Europa auch

Himmelkron und schwärmt von" ... der längsten in Europa".


1739
Pfarrer Teichmann berichtet ferner von" ... einer der allerschönsten von ganz Deutschland"


1744 -1747
Markgräfin Wilhelmine erwähnt die Allee in ihren Memoiren

1792 Die Preußen holzen die Allee - rund 800 Bäume - gegen den Widerstand der Himmelkroner Bürger ab  

(Einsatz des Füsilier - Bataillons Renouard aus Bayreuth).

17.10.1986 Feierlicher Beginn der ersten Wiederanpflanzung von 160 Bäumen auf Initiative des Förderkreises Himmekron

(Schirmherr Regierungspräsident Wolfgang Winkler).


28.04.1992  Regierungspräsident Dr. Erich Haniel pflanzt die letzte Linde im Gedenken an die Abholzung vor 200 Jahren.



„Baille-Maille“: Vom Mail-Spiel zur Skulpturenmeile

„Historische“ Himmelkroner Lindenallee wurde zur Freiluftgalerie


Einst lustwandelten unter den Linden Landadelige in barocken Prachtgewändern, manchmal gaben sich sogar hohe Damen und Herren der nahen Markgrafschaft Bayreuth dem kultivierten Freizeitstress hin – und frönten dem Mail-Spiel, einem höfischen Freizeitvergnügen à la Versailles, dem Kricket ähnelnd, damals in den besseren Kreisen fast ganz Europas verbreitet.
Die Himmelkroner Lindenallee fiel jedoch, obwohl von manch Zeitgenossen für eine „der allerschönsten von ganz Deutschland“ und „europäische Berühmtheit“ gehalten, Ende des 18. Jahrhunderts den Klingen eines Bayreuther Füsilierbataillons zum Opfer – sehr zum Unmut der Himmelkroner Bürger. Deren Nachfahren beschlossen fast 200 Jahre später, die Untat zu bereinigen, und pflanzten die Allee neu an.

Das war 1986. Die Bäume haben inzwischen das Setzlingsstadium weit hinter sich gelassen, die „Baille-Maille-Lindenallee“ blüht und gedeiht und ist seit Herbst 2004 Schauplatz eines Projektes, das wohl auch dem Geschmack der feinsinnigen Herrschaften barocker Adelsprovenienz entsprochen hätte. Sieben oberfränkische Künstler stellen Skulpturen aus unter dem Motto „Blick zurück nach vorne“. Soll heißen: Vergangenheit und Zukunft gehören zusammen und treffen sich in der Gegenwart.

Anlass der Skulpturenmeile war die 725-Jahr-Feier der Gemeinde Himmelkron 2004. Die Allee in eine Freiluftgalerie verwandeln wollten die Initiatoren, um „im Wechselspiel mit den klar gegliederten Baumreihen und ihrer raumgreifenden Perspektive“ die Skulpturen nicht nur in das „große Ganze“ einzufügen, sondern auch, um „interessante, bereichernde Akzente“ zu setzen. Die dichotomische Deutung des Ausstellungskonzeptes von Projektkoordinator Reinhard Stelzer liest sich so: „Skulptur und Natur, Licht und Schatten, Stein und Holz, Stahl und Farbe, Brücke und Fluss, Mensch und Tier, Blatt und Wind, blau und grün, du und ich.“

Dass so eine Aktion in Zeiten eher kunstfeindlicher Sparzwänge angesichts klammer Gemeindehaushalte nicht ohne Sponsoren auskommt, ist heutzutage fast schon selbstverständlich: Erst durch das finanzielle Engagement der Oberfrankenstiftung und diverser Firmen aus der Region konnte die Skulpturenmeile realisiert werden, haben nun sieben oberfränkische Künstler (weitere werden folgen) die Möglichkeit, ihre Werke längere Zeit im öffentlichen Raum zu präsentieren: