Chronik der Allee

Abkürzungen im Text:

CHW = Colloquium Historicum Wirsbergense
E. A. = nach eigener Angabe

GA H. = Gemeindearchiv Himmelkron
PfA H. = Pfarrarchiv Himmelkron
StA BA = Staatsarchiv Bamberg

 

 

 

1662/1663 Anpflanzung der ersten Lindenallee - Bäume unter der Regierung von Markgraf Christian Ernst

 

1717 An der Baille - Maille - Allee wird zu Ehren des Mark­grafen Georg Wilhelm das Schäferspiel
"Beglückende Belinde" aufgeführt. Anwesend ist auch die Schwester des Markgrafen,
Christiane Eberhardine, Königin von Sachsen und Polen

 

1723 Freiherr Karl Ludwig von Pöllnitz besucht auf seiner Reise durch Europa auch

Himmelkron und schwärmt von" ... der längsten in Europa".


1739 Pfarrer Teichmann berichtet ferner von" ... einer der allerschönsten von ganz Deutschland"

 

 

1744 -1747 Markgräfin Wilhelmine erwähnt die Allee in ihren Memoiren

 

1792 Die Preußen holzen die Allee - rund 800 Bäume - gegen den Widerstand der Himmelkroner Bürger ab  

 

(Einsatz des Füsilier - Bataillons Renouard aus Bayreuth).

 

17.10.1986 Feierlicher Beginn der ersten Wiederanpflanzung von 160 Bäumen auf Initiative des Förderkreises Himmekron

(Schirmherr Regierungspräsident Wolfgang Winkler).


28.04.1992  Regierungspräsident Dr. Erich Haniel pflanzt die letzte Linde im Gedenken an die Abholzung vor 200 Jahren.

„Baille-Maille“: Vom Mail-Spiel zur Skulpturenmeile

„Historische“ Himmelkroner Lindenallee wurde zur Freiluftgalerie


Einst lustwandelten unter den Linden Landadelige in barocken Prachtgewändern, manchmal gaben sich sogar hohe Damen und Herren der nahen Markgrafschaft Bayreuth dem kultivierten Freizeitstress hin – und frönten dem Mail-Spiel, einem höfischen Freizeitvergnügen à la Versailles, dem Kricket ähnelnd, damals in den besseren Kreisen fast ganz Europas verbreitet.
Die Himmelkroner Lindenallee fiel jedoch, obwohl von manch Zeitgenossen für eine „der allerschönsten von ganz Deutschland“ und „europäische Berühmtheit“ gehalten, Ende des 18. Jahrhunderts den Klingen eines Bayreuther Füsilierbataillons zum Opfer – sehr zum Unmut der Himmelkroner Bürger. Deren Nachfahren beschlossen fast 200 Jahre später, die Untat zu bereinigen, und pflanzten die Allee neu an.

Das war 1986. Die Bäume haben inzwischen das Setzlingsstadium weit hinter sich gelassen, die „Baille-Maille-Lindenallee“ blüht und gedeiht und ist seit Herbst 2004 Schauplatz eines Projektes, das wohl auch dem Geschmack der feinsinnigen Herrschaften barocker Adelsprovenienz entsprochen hätte. Sieben oberfränkische Künstler stellen Skulpturen aus unter dem Motto „Blick zurück nach vorne“. Soll heißen: Vergangenheit und Zukunft gehören zusammen und treffen sich in der Gegenwart.

Anlass der Skulpturenmeile war die 725-Jahr-Feier der Gemeinde Himmelkron 2004. Die Allee in eine Freiluftgalerie verwandeln wollten die Initiatoren, um „im Wechselspiel mit den klar gegliederten Baumreihen und ihrer raumgreifenden Perspektive“ die Skulpturen nicht nur in das „große Ganze“ einzufügen, sondern auch, um „interessante, bereichernde Akzente“ zu setzen. Die dichotomische Deutung des Ausstellungskonzeptes von Projektkoordinator Reinhard Stelzer liest sich so: „Skulptur und Natur, Licht und Schatten, Stein und Holz, Stahl und Farbe, Brücke und Fluss, Mensch und Tier, Blatt und Wind, blau und grün, du und ich.“

Dass so eine Aktion in Zeiten eher kunstfeindlicher Sparzwänge angesichts klammer Gemeindehaushalte nicht ohne Sponsoren auskommt, ist heutzutage fast schon selbstverständlich: Erst durch das finanzielle Engagement der Oberfrankenstiftung und diverser Firmen aus der Region konnte die Skulpturenmeile realisiert werden, haben nun sieben oberfränkische Künstler (weitere werden folgen) die Möglichkeit, ihre Werke längere Zeit im öffentlichen Raum zu präsentieren:

 

 1739   Pfarrer Teichmann von Stammbach verfasst eine Beschreibung von Himmelkron samt einer Biografie
           des verstorbenen Markgrafen. Dieser habe „ausser dem Hofgarten eine nicht viel ihres gleichen habende
           Bale-Maille oder Alée von 1000, starcken Mannes-Schritten in die Länge angerichtet, welche mit vierfach
           besetzten Linden annoch in ihrem besten Flor zu sehen, und ausser Streit für eine der allerschönsten in
           ganz Deutschland zu halten ist. Himmelcron geniesset noch heut zu Tage oft die Ehre; daß fremde
           Passagier vornehmlich dahin reisen, diese wunderschöne und weltberühmte Alée zu besehen ... "
           [Teichmann / Frenzel]
 
 1739   werden 13 Gulden „wegen Reparirung der mangelbahren Brücke zu Ende der Maille über den Mainfluß"
           im Haushalt festgehalten. [StA BA]
 
 1741   Erbauung des neuen Salets in der Baille-Maille (1385 Gulden). [StA BA]
 
 1744   Reparatur der  „Wasser-Wand am Ende der Baille-Maille und eines Pfeilers der steinernen Brücke" (69 Gulden). [StA BA]
 
 1744-47 Markgräfin Wilhelmine schreibt an ihren Memoiren und erwähnt darin die Allee. Sie schreibt:
           In Himmelkron  „... gibt es von Spaziergängen nichts als einen Mail, der beinahe so schön ist, wie der in Utrecht".
 
 1750   18.3. Schreiben wegen Ausbesserungen an der  „Baile Maile". [StA BA]
 
 1752   14.3. Aufträge zu Arbeiten am „Gediell am Wasserberg der Maille" werden erteilt. [StA BA]
 
 1752   Besoldung des Baille-Maille-Wärters Schunck beträgt 30 Gulden, für Gärtnerarbeiten 20 Gulden. [StA BA]
 
 1759   Es wird abgerechnet über 487 Gulden laut Befehl vom 9.7. 1757 für eine  „neu erbaute Brücke unter der
           Baille Maille". [StABA]
 
 Regierungszeit des Markgrafen Friedrich Christian (1763-1769):
 
 1766   Im Frühjahr wird der Hofgärtner der Eremitage, Johann Georg Rosengardt, damit beauftragt, die „höchst
           reparaturwürdige Linden-Allee" zu inspizieren und einen Kostenvoranschlag anzufertigen für die notwendig
           werdenden Arbeiten, die hauptsächlich im Ausputzen und Verschneiden der 90 bis 100 Schuh hohen
           Lindenbäume bestanden. [Frenzel]
 
 1766   Für das „Auspuzen der Linden" in der Baille Maille und die „Erhöhung der untern Maille Brücken" werden
           166 und 189 Gulden ausgegeben. [StA BA]
 
 1769   In der Allee werden von den einst 800 Linden noch 779 gezählt. [Zinck] Regierungszeit des Markgrafen
           Alexander (Ansbach -1769-1791): I
 
 1771  10.06. „... auf Serenissimi gdst. spezial Befehl ist verordnet worden, außerordentlich schöne Maille zu
          Himmelkron fernerhin unterhalten zu lassen" [außerordentlich schöne wurde nachträglich durchgestrichen.] [StA BA]
 
 1773  Der Markgrafbesucht mit seiner Gattin und dem gesamten Hofstaat unvorhergesehener Weise die Allee und
          verspricht, bald wiederzukommen. [Frenzel / Jungmeier]
 
 1774  03.06. Hofbauinspektor 1. G. Riedel erwähnt in einem Brief die „eingeworfene Mauer an der Maille". [StABA]
 
 1777  29. 08. Es werden Reparaturen an der Baille-Maille (Verschlagbretter) erwähnt. [StA BA] 1778 Verschiedene
          Reparaturen werden angeführt, u. a. in der Baille-Maille. [StA BA]
 
 1779  03.05. Der 91jährige Hofgärtner und Baille-Maille-Wärter Johann Schunck stirbt. [PfA Himmelkron] 1779, 10. 12.
          Zwei vom Sturmwind umgebrochene Lindenbäume in der hiesigen Allee werden erwähnt. [StA BA]
 
 1784  Pfarrer Johann Michael Füssel macht auf einem Fuhrwerk eine Reise in die Umgebung mit „drei Zöglingen"
          und kommt von Trebgast her zur Allee. Er berichtet: „Bei der Allee stiegen wir aus. Sie kann mit Recht
          eine der merkwürdigsten in Franken, ja, man darf wohl sagen in Deutschland genannt wer­den. Lindenbäume
          von so gleichem schlanken Wuchs. wie diese sind, wird es selten geben. Sie sind alle unbeschnitten, und
          geben ein so dichtes Schattend ach, daß die Sonne fast gar nicht durchdringen kann. Die ganze Allee besteht
          aus vier Reihen Bäumen. die in einer Länge von 912 Schritten nur vier Schritte voneinander stehen., die mittlere,
          oder Hauptallee, war ehemals ein Mai!, wovon sie aber jetzo keine Merkmahle mehr hat. Sie ist 8, die Nebenalleen
          sind nur 6 Schritte breit. Hier kam es mir vor, als wär ich in einem Feenhaine. Alles vereinigte sich, um die
          sanftesten Empfindungen in mir zu erregen. 

 

 

   „Links rauschte sanft der von den Alleen überschattete Myan, in der Mitte des Schattens konnten wir uns nicht
  satt sehen an dem majestätischen Wuchs der Bäume; überall umfloß uns der erquickende Lindenduft; überall
  begleitete uns das unaufhörliche Gesumse der herumschwärmenden Bienen; rechts weideten wir unsere Augen
  an jener weiten Ebene; voll der fruchtbarsten Fluren und bunten Auen; in der Mitte der rechten Nebenseite
  vereiniget sich mit den Schönheiten der Natur die Kunst des Baumeisters durch einen weitläufigen Saal mit
  Nebenstübchen, wo die Mailspieler ausruhen und mit anderen Ergötzungen abwechseln konnten. An den Anfang
  dieser herrlichen Allee, die nun schon 201 Jahr steht, stößt das schöne und große Dorf Himmelkron. .. "
  [veröffentlicht 1787 - Bubi Frenzel]

1785  06.10. Aus Bayreuth ergeht die Anweisung, dass „die in der Allee durch Bliz und Sturmwind verunglückten

         beyden Linden ... an den Meistbiethenden" verkauft werden; starke Linden sollen im Winter mit gefrorenen
Ballen dafür eingesetzt werden. [StA BA]

  Preußische Zeit (1792-1806):

1792  20. 01. Beginn der Abholzung der Alleebäume auf Anordnung des preußischen Hofkammerrats Achatius Vogel.
Damals standen noch 758 Bäume. [Jungmeier] Eine Abteilung des in Bayreuth in Garnison liegenden
Füsilier-Bataillons Renomard musste das Fällen vornehmen. (Held]
 

1792  03.02. Pfarrer Meyer schreibt nieder: „Die letzte Zierde von dem sonst so glänzenden Himmelkron, die
         herrliche schöne Allee niedergehauen". [PfA H.] Eine einzige Linde blieb stehen - bis heute.

1793  05.11. Als „Erlöser das Holz der Linden-Allee" werden 1785 Gulden abgegeben. Es war zum „Spottpreis"
         von nicht einmal 2000 Fl(orentiner) verkauft worden. [Engelbrecht]
 

1793  Der Reiseschriftsteller Köppel preist die Allee: „Sie war an heißen Sommertagen die Erquickung des Reisenden ... "
[Engelbrecht]
 

1794  21. 07. Der Platz von 4 einhalb Tagwerk der Linden-Allee wird verkauft an Joh. Lorenz Bischoff zu Trebgast,
Zuchthausverwalter-Adjunkt zu St. Georgen, mit dem Erlös von 1012 Gulden. [StA BA] Der tatsächliche
Gewinn aus dem Alleegeschäft soll 40 Kreuzer für die Staatskasse betragen haben. [Jungmeier]

Zeit des bayerischen Königreiches (1810-1918):

1816  26. 02. Bericht des Landgerichts Gefrees an das Kgl. Generalkommissariat des Obermainkreises:
„Das Wasser hat dem Bogen der Brücke Schaden zugefügt und muthwillige Hände haben die Brüstung dieser
schönen Brücke verdorben, wahrscheinlich selbst die Gutsbesitzer von Schlemen, welche den Weg auf gehoben
wünschten." [Bub]


 

1834  15. 02. In einem Protokoll wird festgestellt: „Im Jahre 1816 und 1817 mag fragliche untere Alleebrücke ...

         als unentbehrlich angesehen worden sein, was sie aber dermalen nicht mehr ist." [Bub]
 

1834   27. 05. Die Regierung von Oberfranken stellt fest, dass „die steinerne oder sog. Alleebrücke über den Main zwischen
Schlömen und Himmelkron weder zur Verbindung dieser beiden Orte oder des letzteren mit Trebgast, noch von Gefrees
nach Kulmbach, oder überhaupt zu einem öffentlichen Zwecke nothwendig, dagegen aber die Anlage eines
Kommunikationsweges von Berneck über Himmelkron, Trebgast ... nach Kulmbach ein Bedürfniß sei". Die Reparatur
der Brücke müsste auf Gemeindekosten unter­bleiben und "demjenigen überlassen werden, der ihrer etwa lediglich
in seinem Privatinteresse bedürfe". [GAH.]
 

1845  24. 04. Gutachten, erstellt von Wörfel: „Die sog. Boulmai/-Brücke auch Mainbrücke genannt habe ich heute früh

         unter Zuziehung des Gemeindevorstehers Nützel in Himmelkron beaugenscheinigt und in Erfahrung gebracht, daß diese
Brücke früher zu dem markgräflichen Lustschloß in Himmelkron gehörte und sich am Ende einer Allee längs des Mainfusses
befand und über diesen jährte, daher fürderhin auch au/Staatskosten unterhalten würde .... Es geht lediglich der Fußweg von
Himmelkron nach Schlömen darüber. Das Gewölbe der Brücke ist noch gut, ebenso die Widerlager, doch sind im rechten
oberen Seitenflügel an. der Brüstung mehrere Quader unterhöhlet und ausgefallen und mit der Zeit würden die Widerlager und
das Gewölbe allerdings Noth leiden ... Die Kosten berechnen sich nach meinem Dafürhalten auf 21 Gulden 48 Kreuzer."
Es wird verfügt, die Brücke sofort zu sperren „für Fuhrwerk als für Fußgänger". [GAR.]
 

1849, 16. 07. Das Bezirksamt Berneck ordnet an: „Die Reparatur der baI maille Brücke haben die Grundstücksbesitzer zu übernehmen,
     welche die Brücke benützen." [GA H.] 

 

 

1849  14.09. Maurermeister Michael Würfel, Marktschorgast, wird vom Landgericht Berneck beauftragt,

         die „Ballmaille-Brücke" zu reparieren. [GA H.]

1865  Der Lanzendorfer Pfarrer Wilhelm Stadelmann veröffentlicht in der Zeitschrift des Historischen Vereins
         für Oberfranken (AO 6/3) den ersten Aufsatz über die Allee: „Die Himmelkroner Allee". Er preist die
         Allee als „Königin der Alleen": ,,Diese Allee war unstreitig die schönste in Europa".
         [Stadelmann / Engelbrecht]

 

1881  16.12. Nachts um 11 Uhr ertrank unterhalb der Baille-Maille-Brücke der Schlömener Bauer Johann Baer.
(Grund war der Genuß von zu vielen Bier.) [GA H./ Jungmeier]

 

1882  17.06. AufbezirksamtIiche Anordnung hin wird die Bailmailebrücke abgesperrt und „Passage durch
Anbringung einer Warntafel für immer verboten, nachdem die hiesige wie die umliegenden Gemeinden

         jedwede Baulast zurückgewiesen haben." [GA H./PostIer]

1892  27.08. Im Gemeinderat Himmelkron muss das Problem ,,Baille-Maille-Brücke" beraten werden. [GA H.]  

Weimarer Zeit! Freistaat Bayern (1919-1945):

 

1925 20.08. Schreiben des Bezirksamts Berneck: Es gibt auf Anregung des Landbauamtes die Schreibweise

         der Brücke mit Baille-Maille-Brücke unterhalb Himmelkron" an. Das Volk spreche von „Bolmarer" oder

         „Bolmaier". [Archiv Schloß]

 

1925  Auf der Münchener Verkehrsausstellung befindet sich eine Abbildung der Baille-Maille-Brücke von

         Himmelkron in Halle VI, Raum 4 (Bayerischer Landesausschuß fiir Naturpflege). [Guttenberg]

 

1926  Franz Karl von Guttenberg schreibt in seinem Aufsatz über die Baille-Maille, die schon lange baufällig gewordene

         Brücke sei 1924 auf Anordnung des Landbauamtes Bayreuth abgebrochen, vorher aber noch aufgenommen worden.
[Guttenberg]

 

1927  Oberregierungsbaurat Veit Bub stellt fest: „Die Brücke hatte früher ein hölzernes Geländer. Sie befindet sich
in einem recht schlechten baulichen Zustand. Außer ihrem historischen Wert ist sie ein hervorragendes Beispiel
der guten Verbindung von Kunstbauten mit der umgebenden Natur .... Die Brücke scheint nunmehr herrenlos zu
sein. Kann sich nicht der Bezirk oder Kreis darum annehmen. ein dem Verfall anheimgegebenes Kulturgut zu
retten, ehe es zu spät ist?" [Bub] 

 

 

1928   30.07. Schreiben des Bezirksamtes Berneck an die Regierung von Oberfranken: „Für Himmelkron bedeutet
          sie [BaiIle-MailIe-Brücke die Erinnerung an die berühmte Himmelkroner AIIee, welche dort in der Nähe endigte.
          Für die Allgemeinheit und/ur Fachkreise ist sie ein Glied in der Reihe der technisch und architektonisch sehr
          gut durchgearbeiteten Markgrafenbrücken. die geschichtlich interessant und fachlich vorbildlich sind, weil sie zeigen,
          wie Brücken als Kunstbauten der Natur geschickt eingefügt werden können, ein Problem, das man in der neueren
          Zeit lange vergeblich versucht hat." Die Renovierung koste 800 Mark; der Bezirk gebe 200, das Land 600 Mark.
          [Protokollbuch CHW]

1928  23.08. Der Gemeinderat Himmelkron beschließt: Zur Instandsetzung der Baillemaille-Brücke
         sollen aus der Gemeindekasse 25 Mark bewilligt werden. [GA H.]

 Bundesrepublik Deutschland / Freistaat Bayern (nach 1945):

1954  04.01. Beschluss des Gemeinderats Himmelkron: An der Baillemaillebrücke sollen ein paar Warnschilder
         angebracht werden, daß das Betreten auf eigene Gefahr erfolgt. [GA H]
 

1975  Beginn der Bemühungen um die Restaurierung der Baille-Maille-Brücke durch die Gemeinde Himmelkron.
         [GA H.]

1976  06.03. Schreiben des Landesamtes für Denkmalpflege, München: „... bei der Brücke aus Sandsteinquadern,

         die in einem eleganten, hohen Bogen den Weißen Main überspannt, handelt es sich um ein

         Zeugnisfränkischer Handwerkskunst, das außerdem an die große Zeit Himmelkrons erinnert, als dieser Ort

         noch Sommerresidenz der Bayreuther Markgrafen war. Bei der Ortsbesichtigung (5.3.1976) wurde festgestellt,

         daß der Bauzustand der Brücke noch nicht so schlecht ist, daß eine Renovierung- und lnstandsetzung nicht

         lohnend wäre ..." In sieben Punkten werden die nötigen Maßnahmen festgestellt: Beseitigung von Bäumen und

         Sträuchern in der Nähe der Brücke und auf der Fahrbahn, Beseitigung des Humus und des Rasens auf der

         Fahrbahn, Wiederherstellen und Ergänzen der seitlichen Brückenmauern und der Auffahrtsrampen, Ausbessern

         des Gewölbes und Hinterfüllen desselben mit Magerbeton nach statischer Erfordernis, Isolierung des Gewölbes,

         Pflasterung der Brückenfahrbahn, Anbringung eines unauffälligen Geländers. [GA H.]

 

1983  23.02. Das Landesamt für Denkmalpflege stellt Mittel zur Restaurierung der Baille-Maille-Brücke in Aussicht. [GA H.]

 

1983  08.10. Beginn der Arbeiten durch eine Fachfirma aus Frankfurt für den ersten Bauabschnitt zur Restaurierung

         der Brücke, für die Kosten von 200 000 DM eingeplant sind Die Fortsetzung soll im Frühjahr 1984 erfolgen. [GAH.]

 

1984  03.01. Erstes Vorgespräch über die Gründung eines Fördervereins mit dem Ziel der Anpflanzung der alten Allee,

         u. a. mit Gartenkreisfachberater Paul Späth bei Bürgermeister Andi Krainhöfner. [E. A] 1984, 28. 02. Gründung

         des „Förderkreises zur Erhaltung und Verschönerung der Kulturlandschaft im Bereich der Gemeinde Himmelkron",

         der sich zum Hauptziel setzt, die Allee wieder anzupflanzen. [E. A]

 

1986  17.10. Feierlicher Beginn der ersten Anpflanzungen von 160 Lindenbäumen unter der Schirmherrschaft von

         Regierungspräsident Wolf gang Winkler. [Meyer]

 

1989, 28.10. Zweiter Anpflanzungsabschnitt mit 200 Bäumen begonnen unter der Schirmherrschaft von Landrat

         Herbert Hofmann. [Meyer]

 

1990  27.10. Dritter und letzter Abschnitt der Anpflanzung mit Regierungsvizepräsident Dr. Weidelener und Landrat Hofmann.

         Insgesamt sind nunmehr 770 Linden gesetzt. [Jungmeier]

1991  21.07. Das erste Alleefest wird durchgeführt, organisiert vom Förderkreis. [E. A]

 

1992  18.07. Zum diesjährigen Alleefest kommt der derzeitige Chef des Hauses Hohenzollern-Preußen,

     SKH Prinz Christian Sigmund [E. A]

 

1992  28.04. Regierungspräsident Dr. Erich Haniel pflanzt die abschließenden Lindenbäume im Gedenken an die Abholzung

    vor 200 Jahren. [Jungmeier]

1999  08./09.05. Pressebericht (Bayerische Rundschau):  „Schluß mit Überschwemmungsschäden - Baille­Maille-Weg
         wird nun befestigt - Maßnahme kostet 40 000 Mark - Freigabe und Einweihung am 17./18. Juli ."

1999  17.07. Zum Alleefest kommt der neue Chef des Hauses Preußen, SKH Prinz Georg Friedrich. [E. A]

2000  17.05. Thema und Ziel des Himmelkron-Seminars der VHS Himmelkron: die Lindenallee. 

 

 

Veröffentlichungen speziell zur Lindenallee bzw. zu Himmelkron:

Bub, [Veit) : Die Himmelkroner Allee. In: „Siebenstern" Nr. 1/1927.

Engelbrecht, Wilfried: Die Himmelkroner Allee. In: Fränkischer Heimatbote, Nr. 8/1988.

Frenzel, Ursula: Beiträge zur Geschichte der barocken Schloß- und Gartenanlagen des Bayreuther Hofes.
München 1958.

Guttenberg, Franz Karl von: Zur Kulturgeschichte Oberfrankens - Das Kugelschlägelspiel oder Mai! auf der
Mailbahn. In Oberfränkische Heimat, Bayreuth Nr. 11/1926.


Held, K[onrad]: Die berühmte Lindenallee zwischen Himmelkron und Schlömen. Manuskript.

 

Held, K.: Konrad Bauer aus Hegnabrunn, der Schnakenkunz. In: Oberfränkische Heimat, Nr. 5/1928

 

Held, K.: Konrad Bauer aus Hegnabrunn, der Schnakenkunz. In: „Heimat- und Volkskunde", Kulmbach Nr. 8/1927.


Hofmann, Friedrich: Die Kunst am Hofe der Markgrafen von Brandenburg, Fränkische Linie. Straßburg 190 1.

Jungmeier, Hans-Martin: Die Baille-Maille-Allee zu Himmelkron. In: Heimatbeilage zum Amtlichen Schulanzeiger
des Regierungsbezirks Oberfranken, Nr. 188, Juni 1992.

 

Meißner, Helmuth: Neue Lindenallee am Weißen Main. In "Frankenland", Würzburg Nr. 2/1987 ..

 

Meißner, Helmuth: Die Baille-Maille-AIlee von Himmelkron. In „Schönere Heimat", Münchener: 1/1987

 

Meißner, Helmuth: Die Baille-Maille-Allee von Himmelkron ist komplett. In „Schönere Heimat", München Nr. 1/1991

Meißner, Helmuth: Neue Lindenallee am Weißen Main in Himmelkron komplett. In „Frankenland"', Würzburg Nr. 3/1991

 

Meyer, Hanns: Die Baille-Maille-Allee von Himmelkron. In: Gartenratgeber, München Nr. 5/1990.

Meyer, Hanns: Linden-Allee von Himmelkron neu angelegt. In: Deutsche Baumschule, Mai 1995.

Müssel, Karl: Schäferspiel in Himmelkron. In: FR 4/1967

 

Müssel, Karl: Von der Reiherbeize der Bayreuther Markgrafen in Himmelkron. In: GaO 13, 1981/82, S. 118ff.

 

NN: Die Himmelkroner Allee. Manuskript.

 

Plank, Willi: Die Baille-Maille-Allee und die Baille-Maille-Brücke bei Himmelkron. In: „Bayerische Rundschau", Kulmbach 1949

Röder, M.: Jagden in alter Zeit [Reiherbeize in der Allee]. In: Allerlei, Bayreuth 1905.

Seitz, Helmut: Gartengeschichten - Die Baille-Maille-Allee von Himmelkron. In Süddeutsche Zeitung.14./15.8. 1993.

Seitz, Helmut: Leute von Stand spielten Baille Maille. In: AfH 11/1993.

Sitzmann, Karl: Künstler und Kunsthandwerker in Ostfranken. Kulmbach 1957.

Stein, Fritz: Die ehemalige berühmte Himmelkroner Allee und ihr einstiger Wärter, der lustige Schnakenkunz.
In Blätter vom Fichtelgebirge, Nr. 42/1898.

Teichmann, [Johann Ernst]: Historische Beschreibung des alten Frauen-Closters Himmelcron ... Bayreuth 1739.

Zinck, Theodor: Himmelkron. Beschreibung seiner Vergangenheit und Gegenwart Bayreuth 1925.

 

Abkürzungen:

CHW = Colloquium Historicum Wirsbergense
E. A. = nach eigener Angabe

GA H. = Gemeindearchiv Himmelkron
PfA H. = Pfarrarchiv Himmelkron
StA BA = Staatsarchiv Bamberg

 

 

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
Förderkreis zur Erhaltung und Verschönerung der Kulturlandschaft im Bereich der Gemeinde Himmelkron